IT-Fachkräftebedarf in Sachsen: Bedarfsdeckung je Berufsprofil

Montag, 08. April 2019, 10:54 Uhr

In unserer Artikelreihe möchten wir der Frage nachgehen, wie der Fachkräftebedarf in der Softwarebranche in Sachsen aussieht. Die Ergebnisse einer vom Empfehlungsbund und der Arbeitgebercommunity ITsax.de durchgeführten Studie sollen in dieser Reihe näher betrachtet werden. Ein Whitepaper zu dieser Studie finden Sie hier. In diesem Artikel stellen wir die Selbsteinschätzung der befragten Unternehmen in puncto Deckung des Bedarfs an Fachkräften vor. Dabei wird der Anteil verschiedener Berufsprofile in den Unternehmen sowie die Einschätzung der Bedarfsdeckung je Profil berücksichtigt.

Berufsprofile in der IT-Branche

Im nebenstehenden Diagramm können Sie ablesen, welche Berufsprofile wie häufig in sächsischen IT-Unternehmen besetzt sind. Diese Anteile sind wichtig für die Analyse der Bedarfsdeckung, da es umso gravierender ist, wenn Anteil im Unternehmen und tatsächliche Verfügbarkeit von Fachkräften stark auseinander gehen. Die Entwicklung der Anteile von Berufsprofilen in den nächsten Jahren kann auch ein Indikator für den Fachkräftemangel sein, denn wenn bestimmte Stellen nicht besetzt werden können, sinkt deren Anteil im Berufsprofil.

Den mit Abstand größten Anteil in sächsischen IT-Unternehmen hat aktuell das Profil Softwareentwickler (SWE), gefolgt von der IT-Beratung. DevOps, IT-Projektleitung (IT-PL) und IT-Admin sind in etwa in gleichen Anteilen vertreten, gefolgt von IT-Test und letztlich IT-Vertrieb.

Der Anteil an Berufsprofilen indiziert im Umkehrschluss den Bedarf an den jeweiligen Fachkräften. Werden also am meisten Softwareentwickler benötigt, so wäre ein Fachkräftemangel in diesem Bereich am schlimmsten für ein Unternehmen.

Bedarfsdeckung je IT-Berufsprofil

Wir haben zur Messung des Fachkräftemangels folgende Skala festgelegt:

Es wird von keinem Mangel gesprochen, wenn über 90% des Bedarfs gedeckt werden. Bei 70-90% Bedarfsdeckung ist von geringem Mangel die Rede. Ein mittelstarker Mangel besteht ab 59% Bedarfsdeckung und ein starker Mangel ab 30%. Von einem sehr starken Mangel sprechen wir bei unter 30% Bedarfsdeckung im Berufsprofil.

Mit dieser Skala liegen alle Berufsprofile im Bereich von 30-45% - der Fachkräftemangel ist in allen Bereichen stark! Die genauen Prozentwerte können Sie dem nebenstehenden Diagramm entnehmen.

Verhältnis Anteil zu Deckung

Wie bereits oben erwähnt, ist ein starker Mangel umso gravierender für Unternehmen umso größer der Anteil dieses Berufsprofils ist. So fällt leider auf, dass Softwareentwickler mit Abstand am meisten benötigt werden, und konsequenterweise der Mangel an diesen Fachkräften am höchsten ist.  Die Entwicklung der Bedarfsdeckungen sollte in den nächsten Jahren beobachtet werden, um weitere Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel ergreifen zu können.

Whitepaper-Download: IT-Fachkräftebedarf in Sachsen 2018

Fachkräfte sollen die richtigen Qualifikationen mitbringen. Im nächsten Artikel wird der Bedarf und die Bedarfsdeckung von verschiedenen Ausbildungen und Abschlüssen vorgestellt.

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